Die verlorene Stadt Kilwa. Einst die reichste und mächtigste Stadt in Afrika südlich der Sahara.
Kilwa Kisiwani. „Kilwa auf der Insel“. Ist eine der außergewöhnlichsten historischen Stätten Afrikas: die Ruinen eines mittelalterlichen Swahili-Stadtstaates, der zwischen dem 10. Und 16. Jahrhundert der reichste Handelshafen in Subsahara-Afrika war und die Quelle des Goldes war, das durch ein Handelsnetz floss, das sich von der Hochebene von Simbabwe bis zur portugiesischen Krone erstreckte. Die Ruinen auf dieser kleinen Insel vor der Südküste Tansanias gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe und sind eines der bedeutendsten und am wenigsten besuchten historischen Reiseziele des Kontinents.
Kilwas Größe beruhte auf dem Handel. Insbesondere dem Goldhandel aus dem Binnenkönigreich Groß-Simbabwe, der über Kilwa zu arabischen, persischen und indischen Kaufleuten floss, die es in der ganzen bekannten Welt verteilten. Die Stadt wurde im 10. Jahrhundert von einem persischen Sultan aus Shiraz gegründet und erreichte ihren Höhepunkt unter der Mahdali-Dynastie im 14. Und 15. Jahrhundert. Ibn Battuta. Der größte Reisende der mittelalterlichen Welt. Besuchte Kilwa im Jahr 1331 und beschrieb es als eine der schönsten Städte der Welt. Der im 14. Jahrhundert erbaute Husuni-Kubwa-Palastkomplex war das größte Gebäude in Afrika südlich der Sahara. Ein Bauwerk mit mehr als 100 Zimmern, eingelassenen Badebecken und einem großen achteckigen Badebecken, das die Besucher auch heute noch in Erstaunen versetzt.
Zu den Ruinen gehört die Große Moschee von Kilwa. Die größte Moschee an der ostafrikanischen Küste mit 16 tonnengewölbten Kuppeln und Dutzenden Säulen aus Korallenfasern -, die im Laufe mehrerer Jahrhunderte der Stadtgeschichte erbaut und wieder aufgebaut wurde. Die Festung Gereza, die von den Portugiesen erbaut und später von den omanischen Arabern erweitert wurde, steht am Rande der Insel mit Blick auf den Indischen Ozean. Die Überreste der Kaufmannshäuser mit ihren geschnitzten Korallentüren und der Konstruktion aus Korallenblöcken sind überall in der Stadt sichtbar.
Kilwa Kisiwani ist kein rekonstruiertes Kulturerbe. Es ist eine lebende Ruine, die in vielerlei Hinsicht seit der Ankunft der Portugiesen im Jahr 1505 unverändert geblieben ist. Die örtliche Gemeinde lebt neben den Ruinen und fischt in denselben Gewässern, in denen einst mittelalterliche Kaufleute segelten, und eine wachsende Initiative für Kulturtourismus bringt die modernen Kilwa-Bewohner wieder mit ihrer außergewöhnlichen Geschichte in Kontakt.
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